Beiwagenserie 113 - 141 (L.B.I.H.i.T.)

Im Jahre 1891 standen zur Eröffnung der „Localbahn Innsbruck – Hall i. T.“ neun kleine, vierfenstrige Beiwagen zur Verfügung. Bis 1900 wurden in mehreren Lieferlosen 20 weitere Fahrzeuge beschafft, von denen fünf als offene Sommerwagen ausgeführt waren. Im Nummernschema der Localbahn trugen sie die Nummern 1 – 29. Lieferant aller Wagen war die Waggonfabrik Joh. Weitzer in Graz. Mit dem neuen Nummernschema aus 1911 wurden diese Fahrzeuge als 113 – 141 bezeichnet. Anfangs waren sie dunkelgrün lackiert und trugen das Tiroler Wappen und die Aufschrift des Eigentümers.

Im Laufe der Jahre setzte eine umfangreiche Umbautätigkeit ein: Bereits ab 1909 wurden die Beiwagen für den elektrischen Betrieb adaptiert (Elektrische Beleuchtung und Heizung, Druckluftbremse statt Vakuumbremse), die Farbgebung wechselte zu rot-weiß. Ab 1910 wurden mehrere Beiwagen zu Stadtbeiwagen umgebaut (Solenoidbremse, elektr. Beleuchtung und Heizung, rot-weiße Lackierung) und hinter Stadttriebwagen vor allem auf Linie 1 eingesetzt.

Ab 1937 begann man, im Zuge größerer Revisionen die Wagenkästen auf zwei große, gebogene Fenster umzubauen. Wegen Wagenmangels wurden die ursprünglichen Sommerwagen 1941 mit geschlossenen Aufbauten versehen. Beschädigungen einiger Fahrzeuge durch Bombentreffer führten dazu, dass in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit zahlreiche Fahrgestelle und Aufbauten getauscht wurden, um möglichst viele betriebsfähige Wägen zu bekommen.

Die Haller Beiwagen und jene, die als Stadtbeiwagen verwendet worden waren, wurden nach und nach ausgemustert; bei der Betriebseinstellung 1974 waren noch 12 Haller Beiwagen im Bestand und wurden anschließend an Interessenten abgegeben.

Folgende Fahrzeuge dieser Type befinden sich bei den Tiroler MuseumsBahnen:

Beiwagen 8

Nummer 8
Gesellschaft L.B.I.H.i.T.
Baujahr 1891
Außerdienststellung 1974
Hersteller mech. Teile Johann Weitzer
Leergewicht 3,2t
Länge über Kupplung 5.850mm
Achsstand 1.800mm
Sitz/Stehplätze 16/16
an TMB 2000
derzeitiger Zustand betriebsfähig
Erscheinungsbild Auslieferungszustand (1891)
restauriert von/bis 2017 - 2019

Aufarbeitung Beiwagen 8

Ursprünglich als vierfenstriger Beiwagen mit der Nummer 8 im ersten Lieferlos für die Lokalbahn geliefert, wurde das Fahrzeug 1911 zum Beiwagen 120 umnumeriert. Geliefert wurde das Fahrzeug in grüner Lackierung für den Dampfbetrieb, mit Vakuumbremse und Dampfheizung. 1909 wurde das Fahrzeug, wie auch die anderen Beiwagen, mit dem neuen weiß-roten Anstrich versehen und auf Druckluftbremse und elektrische Heizung umgebaut. In den 30er wurde der Beiwagen von vierfenstrig auf zweifenstrig umgebaut. So verkehrte er bis 1974 auf der Linie nach Hall, bis diese eingestellt wurde.

Anschließend wurde er an eine Privatperson nach Wien verkauft, von wo ihn die Tiroler MuseumsBahnen 2000 zurück kaufen konnten. Aufgrund von Platzmangel, wurde der Beiwagen 2008 an die Museumstramway Mariazell verliehen. Da sich die Platzsituation in der Zwischenzeit verbessert hat und die Museumstramway Mariazell jetzt auch unter akutem Platzmangel litt, wurde der Beiwagen 2017 wieder zurück nach Innsbruck geholt, wo er von 2017 - 2019 in den Auslieferungzustand als 4-fenstriger Beiwagen mit Zierlinien, Tiroler Wappen und grüner Lackierung zurück versetzt wurde. Er ist momentan das älteste Fahrzeug auf Innsbruck Schienen.

Beiwagen 16

Nummer 16
Gesellschaft L.B.I.H.i.T.
Baujahr 1891
Außerdienststellung 1981
Hersteller mech. Teile Johann Weitzer
Leergewicht 2,8t
Länge über Kupplung 5.850mm
Achsstand 1.800mm
Sitz/Stehplätze 16/0
an TMB 1986
derzeitiger Zustand betriebsfähig
Erscheinungsbild Auslieferungszustand (1892)
restauriert von/bis 1988 - 1990

Aufarbeitung Beiwagen 16

Im Jahre 1892 von der Grazer Waggonfabrik als sogenannter "offener Aussichtswagen für Dampfbetrieb" geliefert, erhielt er Anfang der 40-er Jahre des vorigen Jahrhunderts einen geschlossenen Aufbau mit 3 Seitenfenstern.

Nach der Abstellung im Jahre 1981 und der Übernahme durch die Tiroler MuseumsBahnen im Jahre 1986 wurde mit der grundlegenden Restaurierung und der Rückführung in den Originalzustand begonnen Auf Grund der vielen Veränderungen die der Wagen im Laufe der Zeit durchmachte, mußten viele Teile nach Originalplänen neu gefertigt werden. 2800 Arbeitsstunden und 75000.- ATS waren erforderlich, um den Wagen in den Originalzustand zurückzuversetzen.

Seit 10 Juni 1990 steht er nun wieder betriebsfähig den TMB für Sonderfahrten zur Verfügung.

Beiwagen 124

Nummer 124
Gesellschaft I.V.B.
Baujahr 1891
Außerdienststellung 1974
Hersteller mech. Teile Johann Weitzer
Leergewicht 3,2t
Länge über Kupplung 5.850mm
Achsstand 1.800mm
Sitz/Stehplätze 16/22
an TMB 2004 (Leihgabe Zeughaus)
derzeitiger Zustand betriebsfähig
Erscheinungsbild Letztzustand (1974)
restauriert von/bis 2013

Aufarbeitung Beiwagen 124

Ursprünglich mit der Nummer 12 bezeichnet, erhielt er im Jahre 1911 mit Einführung des neuen Nummernschemas die Nummer 124.

Der Beiwagen behielt sein ursprüngliches Aussehen mit vier Fenstern. Nach der Abstellung im Jahre 1974 ging er an das Zeughaus in Innsbruck, wo er unter den Lauben des Zeughauses seinen Ausstellungsplatz fand. Von dort übernahmen ihn die Tiroler Museumsbahnen 2004 im Rahmen einer Leihgabe in ihren Fahrzeugbestand.

Nachdem der Beiwagen 2004 bereits von Taubenkot gereinigt worden ist, wurde er zuerst nicht weiter restauriert, da kein Bedarf für weitere Beiwagen bestand. 2013 wurde schließlich mit der Hauptuntersuchung dieses Fahrzeuges begonnen, wobei die elektrische Anlage erneuert worden ist, und die Teile des Fahrzeuges, die nicht mehr entsprochen haben, aufgearbeitet worden sind. Beim Lack hat das Fahrzeug nur eine Teilausbesserung bekommen, da dieser zu großen Teilen noch in Ordnung ist bzw. im Zeughaus erneuert worden ist. Die Druckluftbremse erwies sich noch als dicht und voll funktionsfähig. Der Beiwagen dürfte bis Ende 2013 fertig überholt sein.