Tiroler MuseumsBahnen
 
Die Fahrzeuge
 

Beiwagenserie 142 - 145, 148 (L.B.I.H.i.T.)

Beiwagenserie 142 - 145, 148

Passend zur Triebwagenserie 32–54 wurden im Jahre 1906 von der Grazer Waggonfabrik vier zweiachsige Beiwagen (Nrn. 61–64) mit ähnlichen Hauptabmessungen, jedoch völlig offenen Plattformen geliefert. Mit dem neuen Nummernschema bekamen sie 1911 die Nummern 142-145. Sie waren vor allem auf der Linie 1 in Verwendung.

Im Zweiten Weltkrieg wurde BW 142 schwer beschädigt und neu aufgebaut, während BW 145 durch einen Bombentreffer zerstört wurde. Dieser BW wurde erst 1951 auf einem Triebwagenuntergestell neu aufgebaut. Mit der Nr. 148 wurde nach den gleichen Plänen ein gleichartiger Beiwagen, jedoch mit Tonnendach, neu gebaut. Alle Beiwagen bekamen in dieser Zeit durchgehend blecherne Seitenwände.

Nach dem Ausscheiden der zugehörigen Triebwagen erhielten diese Beiwagen Compactkupplungen und Schienenbremsen, um hinter Züricher und Basler Triebwagen verwendet zu werden. In dieser Form standen 142 und 144 noch bis Mitte der 70er Jahre im Einsatz, während die anderen Beiwagen bereits Anfang der 1970er ausgemustert wurden.

Den Tiroler MuseumsBahnen gelang es, die BW 142 und 143 wieder in ihre alte Heimat zurückzuholen, während 144 und 148 bei den Nostalgiebahnen in Kärnten vorhanden sind.

Beiwagen 142

Nach seiner Außerdienststellung wurde der Beiwagen 142 wurde an einen Straßenbahnfreund in Deutschland verkauft und gelangte 1989 von dort im Rahmen einer Schenkung von Fr. Dr. Uhlenbusch wieder zu den Tiroler MuseumsBahnen.

Beiwagen 142 mit TW54 am alten Berisel-Bahnhof ca. 1940

Rückholung des BW142 aus Deutschland, 1989

Nachdem BW 142 eine Zeit lang den TMB-Flohmarkt beherbergt hat. Wurde Anfang 2011 damit begonnen ihn im Letzzustand aufzuarbeiten, als Beiwagen passend zu dem ex-Basler Triebwagen 28, mit dem er in Innsbruck zuletzt am Weg war.

Nach dem Zerlegen des Innenraum, stellte es sich heraus, dass der Wagenkasten bis auf das Dach noch in Ordnung ist. Somit wurden nur Teile des Daches und die Fensterrahmen des Fahrgastraums neu angefertig.

BW 142 bereits ohne Dachplane und Fenster

Bis Ende Februar 2011 war das Fahrzeug soweit abgebaut, dass mit der Aufarbeitung der intakten Teile angefangen werden konnte.

Da der Beiwagen ohne Schienenbremsen aus Deutschland zurückgekommen ist, mussten diese auch durch neue ersetzt werden.

Alle Einrichtungsgegenstände sind ausgebaut, und das Laternendach wird erneuert (02.03.2011)

Da das Laternendach durch das lange Stehen im Freien sehr in Mitleidenschaft gezogen worden ist, wurde es komplett neu angefertigt.

Neues Laternendach (19.03.2011)

Bis zum Ende des ersten Quartals 2011, wurde die gesamte Inneneinrichtung des Fahrzeuges ausgebaut und mit deren Aufarbeitung angefangen. Weiters konnten bereits bis dahin die Schienenbremsen wieder eingebaut werden. Bei der Demontage der alten Einstiege, zeigte sich, dass auf einer Seite der Plattformboden erneuert werden hat müssen. Die konnte bis Anfang Juni erledigt werden.

Hier entsteht ein neue Boden auf der Plattform (04.06.2011)

Nachdem das Dach fertig montiert worden war, wurde mit der Montage der elektrischen Einrichtung begonnen. So wurden alle Kabel bis auf die Durchgangsleitungen der Solenoidbremse gegen neue ersetzt. Um möglichst nahe an das historische Erscheinungsbild heran zu kommen, und keine Plexiglasabdeckungen über die Lampen machen zu müssen, wurden diese auf 24 Volt Gleichspannung umgebaut. Weiters wurden die Leitungen für die Heizungen und Schienenbremsen erneuert, sowie neue Schienenbremsen eingebaut, da die alten beim Abtransport des Fahrzeuges aus Innsbruck entfernt worden sind.

Schienenbremse Modell „ex-Bielefeld“ (05.11.2011)

In der Zwischenzeit sind die Trompetenkupplungen gegen Compactkupplungen mit automatischer elektrischer Kupplung ersetzt, so dass der Beiwagen hinter Triebwagen 28 und 19 auch eingesetzt werden kann. Auch wurde das neue Dachleinen bereits aufgezogen und der alte Lack von den Seitenwänden mit dem Heißluftfön abgezogen.

Der Beiwagen mit neuen Einstiegen, der frisch grundierten Dachhaut und mit abgeschliffenem alten Lack(12.11.2011)

Als nächstes wurde das Dach gestrichen, und die Holzteile des Innenraums von den alten Lackschichten und der Lasur befreit, sowie der Umformer für die 24V Anlage eingebaut. Weiters wurden alle Fensterrahmen des Fahrgastraums erneuert.

Das frisch gestrichene Dach im Innenraum, sowie die abgeschliffenen Holzwände (08.01.2012)

Am 25.01.2012 konnten die elektrotechnischen Arbeitn im Innenraum abgeschlossen werden. Sowohl die Beleuchtung als auch die Heizung sind nun wieder vollkommen funktionsfähig. Um das historische Bild zu wahren, und keine Sicherheitsverkleidungen um die Glühbirnen montieren zu müssen, wurde die Beleuchtung auf 24V umgebaut.

Die Beleuchtung hat gerade ihren erten Testlauf. Hier hängt die Arbeitslampe nur noch zur Dekoration (25.01.2012)

In den nächsten Schritten wurde nun vorzu die Inneneinrichtung wie die Bänke, und Fenster eingebaut. Die acht Seitenfenster wurden hierbei neu angefertigt, da die alten Fenster unter der Witterung im Freien sehr gelitten haben. Auch wurden alle Scheiben durch Sicherheitsglas ersetzt, um den modernen Standards genüge zu tun.

Die Bänke sind bereits wieder eingebaut worden, nun folgt vorzu die andere Inneneinrichtung (25.02.2012)

Bis Juli 2012 wurde das Fahrzeug schließlich endgültig fertig gestellt. Die Lackier- und Malarbeiten konnten beendet werden, sowie die verbleibenden Tischlerarbeiten. Die Handläufe auf den Plattformen wurden neu angefertig, die Griffstangen neu mit Garn umwickelt, sowie die neu angefertigten und überarbeitenenden Beschläge montiert.

Beiwagen 143

Ursprünglich als Nr. 62 bezeichnet erhielt der Beiwagen im Jahre 1911 mit Einführung des neuen Nummernschemas seine heute noch gültige Nr. 143.

Beiwagen 143 am Vorplatz der Museumsremise

Nach seiner Abstellung im Jahre 1973 ging er an das Tramwaymuseum Graz, von wo ihn im Jahr 1990 die TMB wieder nach Tirol zurückholten. Zum Jubiläum der Innsbrucker Straßenbahn im Jahre 1991 wurde er bereits äußerlich im Letztzustand restauriert. Nach Anpassung der Kupplungshöhen (Rückbau von Compakt- auf Trompetenkupplung), Erneuerung der Innenbeleuchtung und Neulackierung im Rot der 1950er Jahre steht er nun gemeinsam mit TW 54 für Sonderfahrten zur Verfügung.

Datenblatt von Beiwagen 142

Beiwagen 142
Nummer142 
GesellschaftI.V.B. 
Baujahr1906 
Außerdienststellung1977 
Hersteller mech. TeileGrazer Waggonfabrik 
Leergewicht4,8 t
Länge über Kupplung7.530 mm
Achsstand2.400 mm
Sitz/Stehplätze16/32 
an TMB1989 
derzeitiger Zustandbetriebsfähig 
ErscheinungsbildLetztzustand (1977) 
restauriert von/bis2011-2012 
 

Datenblatt von Beiwagen 143

Beiwagen 143
Nummer143 
GesellschaftI.V.B. 
Baujahr1906 
Außerdienststellung1970 
Hersteller mech. TeileGrazer Waggonfabrik 
Leergewicht4,8 t
Länge über Kupplung7.530 mm
Achsstand2.400 mm
Sitz/Stehplätze16/32 
an TMB1991 
derzeitiger Zustandbetriebsfähig 
ErscheinungsbildLetztzustand (1970) 
 
 

Museum geöffnet: Mai-Oktober, jeden Samstag 09:00–17:00