Tiroler MuseumsBahnen
 
Localbahnen Tirols
 

Lokalbahn Lana–Burgstall–Oberlana

LandSüdtirol
Länge (in km)4,0
Spurweite (in mm)1.435
Eröffnet1913
Eingestellt1974
AnfangspunktLana
ÜberBurgstall
EndpunktOberlana
TraktionDC (800 V)
 

Vorgeschichte


Auf dem durch die Etschregulierungen neu gewonnenen Land um Lana, einem Vorort von Meran, wurden speziell Apfelbäume angebaut, sodass dieses Gebiet zur Apfelmetropole von Südtirol wurde. Nachdem bereits in der Nähe die Im Jahr 1881 errichtete Bozen-Meraner-Bahn vorbeiführte, war es nur naheliegend, hier für einen entsprechenden Bahnanschluss zum Abtransport der Früchte zu sorgen. Mehrere Projekte, die z.B. eine Verlängerung der Straßenbahn Lana-Meran oder ein 3-Schienengleis vorsahen, wurden verworfen und schlussendlich ein Anschluss in Normalspur (1435mm) errichtet.


Bau und Betrieb


Nach Erteilung einer Vorkonzession im Jahr 1909 wurde mit den Vorarbeiten begonnen, im Sommer 1912 wurde die Bauleitung der Fa. Siemens übertragen und die Bauausführung an den Tiroler Bauunternehmer Ing. Riehl übergeben. Die feierliche Eröffnung der Bahn erfolgte dann am 13. Dezember 1913.
Ihren Anfangspunkt hatte die Bahn am Staatsbahnhof Lana-Burgstall der Bozen - Meraner-Bahn und endete nach 4,35 km in Oberlana, wo sich auch die 2-gleisige Remise und die el. Einspeisung (750(800)V, DC) befand.
Da die Bahn über große Abschnitte auf öffentlichen Straßen geführt wurde, fanden in diesen Bereichen Rillenschienen Verwendung; der restliche Bereich war mit Vignolschienen ausgerüstet. Für den Personenverkehr lieferte die Fa. Siemens-Schuckert 3 zweiachsige Motorwagen, die mit 2 Fahrmotoren zu je 39PS bestückt waren und durch Fahrschalter mit 7 Fahr- und 6 Bremsstufen bedient wurden. Zur Abwicklung der Gütertransporte waren 2 zweiachsige Lokomotiven mit 20 t Dienstgewicht, mit 2 Fahrmotoren (je 50PS) vorhanden. Die Lokomotiven hatten neben der zentralen Zug- und Stoßvorrichtung, womit die Triebwagen ausgestattet waren, noch normale Puffer und eine Schraubenkupplung. Den Fuhrpark ergänzte noch ein zwei¬achsiger Güterwagen (7t Nutzlast) für den Gepäck- und Posttransport. Alle diese Fahrzeuge wurden bei der Grazer Waggonfabrik gebaut.  
Auf der gesamten eingleisigen Strecke, mit ihren 11 Haltstellen und Steigungen von max. 50 ‰  galt als max. Fahrgeschwindigkeit 25km/h. Als besondere Eisenbahntechnische
Einrichtungen seien hier die eiserne Fachwerk-Eisenbahnbrücke (37,4m Spannweite und 2 Vorland-Brücken mit je 16,2m)  über die Etsch, die 52,5m lange Stahlbetonbrücke über den Falschauerbach und die schienengleiche Kreuzung mit der Hauptbahn in km 0,229  genannt. Letztere wies eine Fahrleitungskreuzung zwischen der Gleichstromfahrleitung der Localbahn und der doppelpoligen Drehstromfahrleitung der Bozen-Meraner-Bahn auf. Die Befahrung dieser Fahrleitungskreuzung wurden neben isolierten Abschnitten in  der Fahrleitungsanlage durch die Verwendung einer besonderen Ausführung eines Scherenstromabnehmers bei den Fahrzeugen der Localbahn Lana-Oberlana ermöglicht.  
Vorerst als A.G. Burgstaller Bahn geführt, wurde sie nach schlechten Wirtschaftsergebnissen später mit der Trambahn Lana - Meran zusammengeschlossen, um  rentabler arbeiten zu können.        
Nachdem bereits vorher die Trambahn Lana-Meran eingestellt worden war, fuhr nach langen Jahren des Niederganges dann am 25. Juli 1959 der letzte Personentriebwagen von Lana nach Burgstall. Das den Straßenverkehr behindernde Gleis zwischen Oberlana und Mitterlana wurde dann im Jahre 1962 abgetragen. Für die Lokomotiven zur Güterbeförderung wurde nun ein neuer Lokschuppen in Niederlana gebaut. Schlussendlich schlug infolge der massiven Abwanderung der Obsttransporte auf die Straße am  31. März 1974 auch für den Güterverkehr und damit für die gesamte Localbahn Lana-Oberlana (Burgstaller Bahn oder „Apfelexpress“) die letzte Stunde.  
Als letztes bauliches Relikt dieser Localbahn ist heute nur mehr die Etschbrücke erhalten. Von den Fahrbetriebsmitteln sind nur mehr die beiden Güterzuglokomotiven vorhanden.  Die Lok 2 wurde 1998 von den Schülern der Gewerbeoberschule Meran äußerlich restauriert und ist am Tribusplatz in Mittel-Lana  als Lok-Denkmal aufgestellt.